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„Dieser Abschnitt meines Lebens hat sich gelohnt!“
Artikel aus
Ausgabe 2009/2010
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Martin Klemenz, 19 Jahre alt, hat im August 2009 seinen Zivildienst im Betrieb Elbe 1 der Elbe-Werkstätten begonnen. Kurz vor dem Ende seiner „Zivi“-Zeit in der Hauswirtschaftsgruppe im BBB-Bereich zieht er in der Schwindelfrei sein persönliches Fazit. |
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Das Ende meines Zivildienstes rückt näher. Grund genug, mir Gedanken darüber zu machen, was mir diese Zeit gebracht hat. Wenn ich an die Elbe-Werkstätten und die dortige Arbeit denke, kommen mir sofort verschiedene Einstellungen in den Sinn: Respekt, Verständnis, Wertschätzung und daraus resultierend Toleranz, Sicherheit und Geborgenheit. Denn in dieser Kombination wird das Arbeitsziel und -klima in den Elbe-Werkstätten gestaltet: Es kommt nicht darauf an, welche Behinderung jemand hat oder wie es zu dieser gekommen ist, sondern es ist wichtig, wie man das Beste daraus machen kann.
Die Mitarbeiter in den Elbe-Werkstätten werden akzeptiert und respektiert, indem sie ein Teil eines Betriebes sind, zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen und somit auch das Gefühl entwickeln können, gebraucht zu werden. Mit allen Mitteln wird versucht, das Bestmögliche aus ihren Fähigkeiten herauszuholen und sie langfristig – wenn möglich – auf die Ansprüche des ersten Arbeitsmarktes vorzubereiten. Ein überzeugendes Ziel!
Ich habe bei der Arbeit viel über Menschen mit Behinderungen gelernt: auf diese Menschen zuzugehen, mich auf sie einzustellen, ihnen bei der Arbeit zu helfen und die Philosophie der Elbe-Werkstätten, wann immer es möglich war, umzusetzen. An jedem Arbeitstag wurde ich anders herausgefordert und hatte so die Möglichkeit, mich selbst weiterzuentwickeln und zu wachsen. Zu Beginn meines Zivi-Lebens meinte ich, dass der Zivildienst ein vom Staat erzwungener sozialer „Ersatz“-Dienst werden würde. Bald merkte ich jedoch, dass meine Arbeit bei „Elbe“ sehr viel mehr bedeutet. Ich bin jeden Morgen gern in die Elbe-Werkstätten gegangen. Und ich konnte den Mitarbeitern ansehen, dass sie ebenfalls gern zur Arbeit kommen. Sie merken, dass sie vollständig akzeptiert werden und in eine Gemeinschaft integriert sind. Deshalb sind sie auch in der Lage, den Zivis etwas zurückzugeben: eine Dankbarkeit, die für uns eine wichtige Anerkennung darstellt!
Die lange diskutierte Kürzung des Zivildienstes auf sechs Monate hat mir gezeigt, wie sehr diese Möglichkeit einer umfassenden Lebenserfahrung gefährdet ist, und zwar für beide Seiten: Die Mitarbeiter können in der verkürzten Phase kaum eine vertrauensvolle Bindung an die Zivis entwickeln und müssen sich auf viel häufigere Fluktuation einstellen, und der einzelne Zivi hat kaum genug Zeit, sich zu orientieren. Die Verkürzung wird nur unnötigen Stress für alle Beteiligten bedeuten, da es immer einer gewissen Zeit bedarf, bis sich Zivis und Mitarbeiter aneinander gewöhnt haben. Denn der eigentliche Lohn, den wir Zivis für unsere Arbeit erhalten, liegt jeden Morgen in der von Freude erfüllten Begrüßung durch die Mitarbeiter. Wir dürfen eines auf keinen Fall vergessen. Gewissermaßen kann es jeden treffen. Nicht wenige Behinderungen entstehen erst im Laufe des Lebens. Ein Unfall oder eine Krankheit können das ganze Leben gewaltig verändern und Menschen völlig unvorbereitet aus dem gewohnten Berufsalltag herauskatapultieren. Was macht man dann? Und genau da setzen die Elbe-Werkstätten an. Ich finde es toll, dass es eine solche Einrichtung gibt, die diesen Menschen hilft. Das einzige, was mich am Zivildienst in den Elbe-Werkstätten ein bisschen gestört hat, waren die relativ langen Arbeitszeiten. Dies wurde aber durch die vielen Kompetenzen, die ich dort erlernen konnte, und das Gefühl, etwas Gutes für benachteiligte Menschen zu tun, bei weitem wieder aufgewogen.
In jedem Fall war der Zivildienst eine große Bereicherung für mich. Er hat mir viele wertvolle Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen vermittelt, die ich woanders wohl kaum bekommen hätte. Dafür bin ich dankbar.
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